Home / Wissenswertes / Warum Hypnose nicht für Jeden geeignet ist

Warum Hypnose nicht für Jeden geeignet ist

Ich erlebe es immer wieder, dass mich Klienten besuchen, die sich nach intensivem Vorgespräch für eine Hypnosetherapie entscheiden.

Schon während der Hypnoseeinleitung, stelle ich dann hin und wieder fest: Mein Klient tut sich ein wenig schwer, sich wirklich einzulassen. Das Bewusstsein ist zu aktiv.

Wenn ich das bemerke, frage ich mich regelmäßig: Was ist die Ursache dafür?

Wirklich beantworten kann mir das nur der Klient selber, doch meistens ist auch er sich der Ursache nicht bewusst.

Wer zur Hypnose kommt, wünscht sich meistens eine schnelle Lösung seines Problems und tatsächlich kann durch Hypnose in kurzer Zeit wesentlich mehr an Veränderung erreicht werden, als beispielsweise mittels Verhaltenstherapie.

V e r ä n d e r u n g !  

Bitte fragen Sie sich: Will und kann ich Veränderung überhaupt zulassen und wenn ja, in welchem Maß? Was genau soll sich verändern und was will ich behalten?

Viele Menschen erwarten, wenn sie sich medizinische Hilfe suchen, dass der Arzt, der Therapeut „etwas mit ihnen macht“. :

Der  Arzt verschreibt ein Medikament, das hilft oder operiert und verhilft so zu einer Veränderung des Gesundheitszustands.

Der Masseur massiert verspannte Muskeln und sorgt so für Entspannung.

Der Patient begibt sich also in die Hand des Therapeuten und lässt machen. Ergebnisse sind auch hier relativ schnell zu bemerken. Frage ist, zu welchem Preis?

Der Lebenswandel bleibt der gleiche. Die krank machende Ursache besteht häufig weiter. Behandelt wurde lediglich ein störendes Symptom.

Meistens verschwindet das auch. Doch so lange die Ursache  der Beschwerden weiter besteht, kann es zu einem Rückfall oder zu neuen Symptomen kommen. Man nennt das Symptomverschiebung.

Die eigentliche  U r s a c h e  vieler körperlicher und psychischer Störungen, ist jedoch in unserem Lebenswandel mitbegründet.

Stress zum Beispiel, hat auch Auswirkungen auf unseren Hormonhaushalt und durch anhaltenden Stress kann sich auch das Gleichgewicht. Im Hormonhaushalt dauerhaft verschieben.

Logisch, dass in diesen Fällen eine Behandlung mit Hypnose allein nicht ausreicht.

Die Hormone müssen wieder ins Gleichgewicht. Das gelingt nur über die entsprechende Lebensführung.

Dazu zählt nicht nur eine ausgewogene Ernährung, Ausgleich zwischen körperlicher und geistiger Anstrengung,  Ausgleich zwischen Ruhe und  Anspannung, sondern auch unsere Einstellung zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen. Genauer gesagt, geht es immer darum, sich selbst besser kennenzulernen und Veränderung bei sich selbst zuzulassen.

Veränderung geschieht nie von heute auf morgen! Veränderung braucht Zeit.

Veränderungsmöglichkeiten erkennen und sofort mit der Umsetzung zu beginnen – das kann in kürzester Zeit geschehen und bedeutet eine der großen Stärken der Hypnose!

Im Zustand der Trance gelingt es vergleichsweise schnell und einfach, eingefahrene Denkmuster zu durchbrechen und neue Strategien zuzulassen.

Wunder vermag sie jedoch nicht!

Wer zur Hypnose kommt mit der Vorstellung, der Therapeut macht etwas mit Dir und Du verlässt als „neuer Mensch“ die Praxis, ohne selber etwas dafür tun zu müssen, wird enttäuscht werden.

Wie (fast) jede andere Therapie auch,  ist Hypnose vor allem eines: Hilfe zur Selbsthilfe. Hypnose kann Dir den Weg zeigen. Gehen musst Du ihn selber!

Den Weg zeigen:

Physiotherapie zum Beispiel hat das gleiche Ziel: Du lernst dein persönliches Trainingsprogram, um es dann selbständig anwenden zu können.

Krankenkassen genehmigen dazu üblicherweise 6 bis 8 Therapieeinheiten.

Während einer psychotherapeutischen Behandlung (Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie, usw.) erarbeitest Du in 20 – 60 oder mehr Therapieeinheiten, mühsam, Deinen Weg zu erkennen und trainierst in kleinen Schritten neue Verhaltensweisen.

Auch hier brauchst Du die Bereitschaft, dich zu verändern. Veränderung kann Angst machen, denn nur, wo man bereit ist Gewohntes aufzugeben kann Neues entstehen. Ausgetretene Wege verlassen, kann wehtun; Neue zu beschreiten, verunsichern.

Bist Du bereit, dieses Risiko einzugehen?

Falls ja, ist der Weg mittels Hypnose Veränderung einzuleiten, meiner Meinung nach einer der Schnellsten und effektivsten.

Falls Nein, lass besser die Finger von Hypnose! Es könnte sein, dass sie Dir Angst macht, weil Du erkennst, Dass Du allein es bist, der etwas ändern kann, damit es Dir besser geht.

Liebe Grüße